„Silly Goose“ heißt die Anleitung: dumme Gans. Aber nachdem meine Gans ganz sicher nicht dumm ist, habe ich sie Goostavo genannt. Die Gans Goostavo.

Mitte Januar habe ich sie zuerst gesehen. Auf Instagram. Und sofort ein Bild an Andrea geschickt. „Ich lieb’s“ schrieb sie zurück und noch am gleichen Tag war klar, dass wir Gänse stricken würden. Am liebsten eine ganze Gänseschar.
Nur war das anfänglich ein bißchen komplizierter als gedacht. Zumindest für mich.
War doch das von der Designerin gewählte Garn ihr eigenes und deshalb in Deutschland nicht (oder nur mit viel Aufwand) verfügbar.
Also habe ich die Gänsemutter angeschrieben und gefragt, was sie uns als Alternative empfehlen würde. Es hat ewig gedauert, bis sie geantwortet hat – meine Mail war in ihrem Spam gelandet. Empfohlen hat sie dann, was auch YarnSub vorgeschlagen hat: Drops Cotton Merino. Die kannte ich schon vom Hühner-Pullover. Die Entscheidung war also schnell getroffen.
Einmal gekauft, lagen die kleinen Knäuel hier dann trotzdem wochenlang rum. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht Scheu vor der Anleitung. Oder zu viele andere Projekte auf den Nadeln. Wie’s halt so ist.
Andrea fing einfach an. BÄMM! Strickte erst eine und gleich darauf eine zweite Gans.
Ich brauchte noch bis Anfang April. Am 10. war ich dann auch dabei. Vorher hatte ich mir die Notizen zu jeder einzelnen „silly goose“ auf Ravelry angesehen und letztlich eine Variante gefunden, bei der die Gans nicht in Einzelteilen, sondern in Runden gestrickt wurde. Das wollte ich auch.
Und plötzlich war alles ganz einfach. Keine fünf Tage später lag Goostavo auf der Sofalehne. Da liegt er bis heute. Er sieht so gut aus mit einem kleinen Sophie Schal in der Farbe seiner Augen.
Es hat echt Spaß gemacht ihn zu stricken, zu stopfen, zum Leben zu erwecken. Angefeuchtet und gespannt habe ich am Ende nur die schönen Füße. Damit sie noch ein bißchen gansiger werden. Das sind sie jetzt.
Bisher habe ich nicht entschieden, ob er ein Einzelkind bleibt. Vielleicht bleibt er auch gar nicht hier. Mal sehen. Auf Dauer wäre ihm vielleicht doch eher langweilig mit uns beiden Alten, denke ich. Goostavo braucht jemanden, der oder die ihn so um den Hals fasst, wie das Kind der Designerin seine Gans. Er möchte Abenteuer erleben, nachts nicht alleine schlafen und Spaß haben.
Und wenn er Pflege braucht, kommt er einfach wieder zurück nach Hause.


Um es kurz zu machen, irgendwann setzte sich der Mann in ein Café und wie durch Zauberhand landeten wenig später Pullovermengen in meinem Arm. Keine Ahnung, wie das passiert ist. Das Grün ist wirklich unglaublich schön. Außerdem wollte ich schon immer Wollmeisen haben, nur schienen die bisher zu teuer.
Eigentlich hat der Birthday61 kein Bündchen am Hals. Nachdem ich sicher sein will, dass er nicht zu weit wird, habe ich dennoch mit einem provisorischen Maschenanschlag begonnen. wenn’s nötig sein sollte, kann ich also anstricken. Bei allem tue ich, was ich kann, damit er beidseitig tragbar sein wird. Halbpatent hat zwei verschiedene Seiten. Beide toll.
Für den Moment bin ich nichtmal beim Abteilen der Arme angekommen. Und das obschon ich tatsächlich jeden Tag daran gearbeitet habe. Macht aber nichts. Das schöne Material in den Händen, die tolle Farbe und die Aussicht auf den Pullover sind immens befriedigend.
Im Frühjahr habe ich eine kleine
Sicherheitshalber hatte ich
Bekanntermaßen sind aller guten Dinge drei und so habe ich zuletzt
Was soll ich sagen – es ist gut gegangen! Ich mußte die Raglanlinien verlängern (logisch), habe die Knopfblende nicht angestrickt, sondern am Ende angenäht und die Ärmelabnahmen neu berechnet. Das Ergebnis begeistert mich! Wirklich alles! Die Jacke sitzt perfekt, die Farbe ist der Knaller, die Knöpfe wie gemacht dafür und das Muster ist super schön.
Sogar tragen konnte ich sie noch für ein paar Tage, weil es doch nochmal kühler wurde. Nun werde ich bis Herbst warten müssen, weil reine Schurwolle eben doch richtig warm ist. Macht aber nichts. Vorfreude hat auch was.
Was soll ich sagen – wenn es eine Gartengöttin gibt (ich bin sicher, die gibt es), habe ich sie erzürnt …
Damit nicht genug, ließ sich das Absperrventil des Brauchwasser-Anschlusses (mein Plan B) nicht einen Millimeter bewegen. Weil wir den Hahn seit gut acht Jahren nicht geöffnet haben, hat der Monteur später gesagt.
Nur die Gänseblümchen kommen bisher nicht wieder.
Manchmal möchte ich da noch mal einen Pullover draus machen. Vielleicht einen zweiten
Normalerweise notiere alles zu einem Projekt in Ravelry – ausgerechnet bei diesem
Einer der ist fertig, der andere angefangen. Ich mag die Ferse mit den Hebemaschen. Sie sitzt auch gut. Die Idee, den Farbwechsel unter dem Fuß zu machen, war allerdings nur so semi-schlau. Sieht zwar schön aus, weil unsichtbar unter dem Fuß, aber wenn der Übergang von einer Farbe zur anderen,auch nach dem Waschen und ersten Tragen noch so deutlich spürbar ist, werden das eher nicht meine Lieblingssocken.
Bei allem sollte ich den Karton mit den Knäueln bald wieder zumachen. Sonst wird das doch noch ein Pullover …